Mal was anderes… Wirtschaftswahnsinn

Der derzeitigen Finanzkrise schaue ich fasziniert-entsetzt zu.

Die ZEIT schreibt heute  „Kapitalismus: Pleite der letzten Utopie“.

Die ZEIT ist ja auch gern eine, die noch bis vor kurzem die Dinge, die hier nun kritisiert werden, angefeuert hat. Dennoch enthält der Artikel einige Bemerkungen, bei denen es gut wäre, wenn sie aufgeschrieben und sicher aufbewahrt würden, da ich die Vermutung habe, dass das meiste davon spätestens nächstes Jahr vergessen sein wird.

„Es ist ein ganzes Weltbild eingestürzt, dessen Haupt- und Kernthese lautete: Der Markt heilt sich selbst. Es wäre gewiss interessant gewesen, am Beispiel dieser Krise den Test auf die Immunreaktionen des krank spekulierten Organismus zu machen, aber selbst hartgesottene Wirtschaftsliberale, sogar die Banker, die mit fallenden Kursen ihre Rendite machen, wollten am Ende auf eine Gesundung nicht warten [...].“

In der Tat, das wäre interessant. Da es sich aber hier leider nicht um ein wiederholbares, wissenschaftliches Experiment handelt, muss man wohl hoffen, dass ein Eingreifen gelingt. Dieses erfolgt natürlich durch den Staat, der noch vor kurzem als das Problem betrachtet wurde..

„Doch plötzlich steht er wieder hoch im Kurs. [...] Herablassung ist immer noch spürbar an der Art, wie die Staatsverächter dem Staat nun ihre geplatzten Milliardenschecks rüberschieben. Selbstverständlich soll er die Bankette bezahlen. Aschenputtel soll die Linsen aus der Asche klauben, Rumpelstilzchen Stroh zu Gold spinnen. Das Unmögliche überlassen clevere Hedgefondsmanager gern dem Gemeinwesen, auf dessen Verantwortung für das Gemeinwohl sie ja auch spekuliert haben.“

Ein weiterer Mythos, der laut Zeit geplatzt ist: Die USA als Vorbild; das wo wir eigentlich gesellschaftlich noch hinwollten…

„Dass das amerikanische Wirtschaftsmodell dem sozialstaatlich abgekühlten Kapitalismus vorzuziehen sei, war ein eisernes Dogma der Chicagoer Schule um den Wirtschaftswissenschaftler Milton Friedman. [...] Nun wirkt die Kernschmelze an der Wall Street wie ein Trugbrecher. Drastisch macht sie sichtbar, was in Umrissen schon lange zu sehen war, nämlich die Folgen der marktradikalen »Gegenreformation«, die sozialen Verwerfungen. Der märchenhafte Way of Life der USA ist auf Pump gebaut, die Steuersenkungspolitik nützte vor allem den Wohlhabenden in den Premiumlagen, der Graben zwischen Arm und Reich ist schwindelerregend.“

Schließlich gibt es die Feststellung, dass Ökonomie und Ökologie auch zusammen kollabieren können. Na dann, Gute Nacht. :P

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Never touch a running system… sehr wahr

Obwohl ich nicht mehr im DSL-freien Gebiet bin, war ich gestern erstmal internetlos, da ich offensichtlich nicht wusste, was ich tat, als ich an meinem Vista-System herumspielte.

Auch habe ich eine der Regeln für computing happiness missachtet, und vor lauter Ungeduld schon mal die Testversion von OpenOffice 3 installiert, obwohl ich nicht weiß wie man einen bug report erstellt. An einem Teil meiner Probleme könnte allerdings auch die Hardware Schuld sein, da ich trotz allem bezweifle, dass die OpenOffice-Testversion meinen Netzwerkadapter zum Erliegen gebracht hat. Bei Fehler Nummer eins (dem Herumexperimentieren) ist es aber nicht so ganz ausgeschlossen, obwohl der Adapter zeitweise (nachts um 2 zum Beispiel) dann doch wieder lief, wenn auch nicht lange.

Heute läuft das Internet bei mir dank USB-Netzwerkadapter. Die Supportanfrage für den normalen Adapter ist noch unterwegs. Online bekommt man den Eindruck, dass das Problem bei meinem Laptoptyp öfters mal vorkommt.

Die Probleme sind also erstmal nicht gelöst, aber die Sache ist unter Kontrolle.

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Wieder da…

Nun ja, seit Juni hatte ich diesen Blog allein gelassen, vor allem da ich in einem noch immer DSL-freien Gebiet Deutschlands war, was sämtliche Internetaktivitäten zur langsamen 90er-Jahre-weltweites-Warten-Qual werden lässt.

Auch ist der Blog noch etwas thematisch orientierungslos, da ich nicht mehr im Ausland bin… schon seit drei Monaten nicht mehr!

Für zukünftige Themen besteht aber Hoffnung, da die Welt sicherlich interessant genug ist. :)

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Zurück nach Deutschland

Das Praktikum ist zu Ende, Tschechien zur sichtbaren Enttäuschung meines Mitbewohners bereits aus der EM, und morgen geht es für mich zurück nach Deutschland.

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Fußball

Nicht nur in Deutschland gibt es „Public Viewing“, also habe ich mir heute die Live-Übertragung des EM-Eröffnungsspiels Schweiz – Tschechien auf dem Wenzelsplatz in Prag nicht entgehen lassen. Es waren zwar einige Leute da, aber trotzdem war genug Platz, so dass man sich auf den Boden setzen konnte.

Das Spiel war eher bescheiden, aber es hat Spaß gemacht, die Leute beim Zuschauen zu beobachten. Tschechien hat 1:0 gewonnen, zur Freude der Prager Zuschauer.

Das Wetter hat noch bis zum Abpfiff ausgehalten, dann hat es angefangen zu schütten, leider bevor ich zu Hause war. Nun bin ich am Trocknen. :P

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Update

Es ist mal Zeit für ein Update, zumindest ein kurzes.

Das Praktikantenleben ist in letzter Zeit beschäftigter geworden, mit der Ausnahme weniger Tage an denen die einzige Aufregung darin bestand, die tschechische Sprache misshandelnd Blumen kaufen zu gehen. Spätestens seit letzter Woche bin ich sehr froh, an der Uni Statistik I und II gemacht zu haben (völlig freiwillig versteht sich… nein, wirklich, ich habe mich auf diese Veranstaltungen gefreut! :P ).

Ich habe in letzter Zeit auch viele Besuchergruppen herumgeführt, erzähle die ganze Geschichte jetzt routinemäßig, aber kann das dazugehörige Video echt nicht mehr sehen. ;) Meine Mitpraktikantin und ich machen gerne Witze, dass wir in dem Film schon mitspielen könnten.

Bei der Masterarbeit bin ich nicht wirklich weitergekommen, werde aber mit ziemlicher Sicherheit das Menschenrechtsthema nehmen (was 100-prozentiger Sicherheit verhindert ist das potenzielle Dazwischenfunken der Uni bzw. eines Profs).

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Themenentscheidungen

Kommen wir mal wieder zur Masterarbeit. Ich bin zwar gerade sehr an dem Thema “Feindbilder” interessiert und habe in letzer Zeit ziemlich darauf gebrannt, etwas dazu zu schreiben, aber ich kämpfe schon mehrere Wochen mit der Fragestellung. Ich habe leider auch noch nie etwas theoretisch-fundiert in diesem Bereich gemacht, also zweifle ich mehr und mehr daran, eine MA-Arbeit darin zu schreiben.

Ich habe vor einiger Zeit ein Menschenrechte/Zivilgesellschaft-Thema als Projektvorschlag für einen Praktikumsplatz eingereicht, der auch angenommen wurde (also kann er so schlecht nicht sein?). Den Praktikumsplatz habe ich letztenendes nicht angenommen, da ich vorher die Zusage für das jetzige Praktikum bekommen habe. Den Projektvorschlag könnte ich ja trotzdem als Konzept für die MA-Arbeit verwenden.

Was dafür spricht:

  • ich habe bereits eine theoretische Fundierung (v.a. durch ein Seminar in Oslo)

  • ich habe eine Fragestellung

  • ich habe schon Ansätze, wo ich meine Daten herbekomme – etwas was für das potenzielle Feindbilderthema noch ungeklärt ist

Was dagegen spricht:

  • ist die Fragestellung genug für eine MA-Arbeit?

Ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass ich mit der MA das Rad nicht neu erfinden muss, aber trotzdem habe ich oft Zweifel, ob meine Fragestellungen nicht zu simpel und nicht “originär” genug sind. Allerdings sollte ich die MA hier wirklich nicht mit den MA-Arbeiten, die die Studenten in Peace and Conflict Studies in Oslo schreiben, vergleichen. Die schreiben schließlich ein Jahr daran – wir drei Monate.

Zwischenresultat: Ich tendiere jetzt zum Menschenrechtsthema. Änderung meiner Meinung ist immer drin. Meine anderen Ideen kann ich ja für potenzielle spätere Arbeiten aufheben. :)

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Ich lache spätestens dann…

Ich bin ja gerne mal jemand, der zu leichten Panikgefühlen hinsichtlich der beruflichen Zukunft neigt (was auch nicht gerade geschmälert wurde durch die Du-musst-eine-eierlegende Wollmilchsau-sein-Informationsveranstaltung der Friedens- und Konfliktforschung, auf deren Folien dann auch so tolle Sachen standen wie “Kein Auslandsstudium!” im Sinne von: das ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr, also bringts nichts für den Lebenslauf, mach lieber ein Auslandspraktikum! Und dabei macht man ein Auslandssemester doch nur für den Lebenslauf. :P

Heute habe ich jedenfalls einen Artikel auf heise.de gelesen, „Jugend gefährdende Schriften?“, in dem es eigentlich um die Beobachtung verschiedener Unizeitschriften geht. Lachen (und den Kopf schütteln?) musste ich spätestens da, wo auf den so genannten Lebenslaufsimulator verwiesen wurde:

„Als im Februar 2007 die Ergebnisse vorgestellt wurden, konnte gar eine auf der Homepage befindliche Erfindung präsentiert werden, die die Selbstverwertung noch weniger dem Zufall überlassen soll: „Ob ein weiteres Praktikum den Lebenslauf aufpoliert oder lieber ein schneller Abschluss hersollte, zeigt seit kurzem der ‘Lebenslaufsimulator’: Alle Teilnehmer können verschiedene Variablen in ihrem Studienverlauf ändern und unmittelbar sehen, wie sich das auf das Qualifikationsprofil auswirkt.“"

Das könnte schon fast eine Parodie sein, denn die Vorstellung ist ziemlich lächerlich, schon von einer Software ausrechnen zu lassen, wie ich mein Leben am Besten auf den Lebenslauf ausrichte. Ob auch die Frage beantwortet wird, was ich denn dann mache, wenn ich mein Leben, äh, den Lebenslauf ganz toll optimiert habe? Dann habe ich vielleicht einen ganz tollen Job. Kann natürlich sein, dass ich dann nach einem halben Jahr wegrationalisiert werde, optimaler Lebenslauf hin oder her. Und der ist dann auch pfutsch, denn darin kommt eine Wegrationalisierung bestimmt nicht vor.

Jedenfalls sagt mir so etwas nur noch mehr, dass ich etwas entspannen und keine Panikgefühle aufkommen lassen sollte, denn das ist schlicht und einfach nicht was ich will, und das ist schon mal ein Stück näher dran zu wissen, was ich denn will. :)

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Touristen, die Metro, tschechisches Essen und andere Sachen

Prag ist eine schöne Stadt, es gibt aber, wohl daraus resultierend, viel zu viele Touristen. Insbesondere das Stadtzentrum ist die ganze Woche voll (am Wochenende noch mehr). Touristengruppen quetschen sich durch die Gassen, die mit Souvenirläden, die alle das gleiche verkaufen, und überteuerten Gaststätten geplastert sind. Die Einheimischen meiden daher das Stadtzentrum, eine Mitpraktikantin ist vollends entnervt, und treibt auch mich an, schnell woanders hinzugehen, sollten wir auch etwas außerhalb des Zentrums auf eine Masse an Touristen treffen.

Auch in nicht-touristischen Bereichen kann es recht voll werden. Ich glaube, die Metro kann so manchen zum Misanthropen machen. Die Metro an sich läuft sehr gut, und transportiert jeden Tag jede Menge Leute ins Zentrum und heraus. In der Woche fährt jede Metrolinie alle 2 Minuten. Trotzdem sind die Wagen oft völlig überfüllt, und irgendwo sardinenmäßig eingequetscht zu sein, ohne irgendetwas zum Festhalten erreichen zu können (dank 1,58 m…), wobei man wegen der Sardinensituation zumindest in andere Leute fallen würde, kann nervig sein. Ich denke aber, es ist immer noch besser als sich in Prags Einbahnstraßensystem in den Stau zu stellen :P

Beim Praktikum habe ich inzwischen etwas mehr zu tun, zu einem großen Teil ist das aber anderen Abteilungen zu verdanken. Es macht ziemlich Spaß, Besuchergruppen (oft Schulklassen) herumzuführen, und ihnen über die Geschichte (insbesondere die Flüchtlingssituation von 1989) zu erzählen. Das Video kann ich aber inzwischen wirklich auswendig. ;)

Da ich an manchen Tagen wenig zu tun habe, bin ich mit der Recherche für die Masterarbeit weitergekommen und habe mich zumindest nun für einen Themenbereich entschieden. Eine Fragestellung fehlt aber immer noch.

Mittags gehen wir drei Praktikantinnen zusammen essen, meistens in die Mensa der Musikhochschule. Das tschechische Essen (knödel-, kartoffel- und fleischbasiert) scheint nicht sehr gesund zu sein. Besonders Gemüse ist nicht gerade beliebt, bei vielen Gerichten fehlt es ganz, und oft ist nur eine saure Gurke als Alibigemüse dabei (und Gurke ist nicht mal Gemüse, sondern Obst).

Gestern war ich auf der Prager Buchmesse, auf der es auch eine ganze Reihe internationaler Bücher gab, was gut ist, da ich zwar auf Arbeit oft tschechische Texte übersetzte, aber ein ganzes tschechisches Buch mich überfordern würde. Insgesamt war die Buchmesse aber recht klein, ich bin von der Leipziger total verwöhnt ;)

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Mehr vom Praktikum trotz nicht wirklich mehr Arbeit

Es ist eigentlich ziemlich lahm, dass ich es bisher nicht geschafft hatte, einen neuen Blogeintrag zu schreiben, insbesondere da ich beim Praktikum ganz und gar nicht ausgelastet bin.

Die letzte Woche habe ich noch mit der anderen Praktikantin kommunizierend verbracht, aber da sie jetzt nicht mehr da ist, fällt das auch weg. Montag und Dienstag bestanden daher unfreiwilligerweise mehr aus Zeitunglesen und Emailschreiben als aus Arbeit, bis ich schließlich sogar damit anfing, für meine Masterarbeit zu recherchieren.

Heute Morgen hatte das Ausmaß meiner Aufgaben schließlich den Nullpunkt erreicht, so dass ich aus Not in andere Abteilungen ging und nach Arbeit fragte, die ich von dort auch freigiebiger bekam, als von der Abteilung wo ich ja eigentlich arbeiten sollte.

Jetzt habe ich auch bemerkt, dass Tschechischkenntnisse doch nicht so schlecht sind, zum Beispiel wenn es darum geht, tschechische soziologische Studien zu lesen bzw. zu übersetzen… Das Wörterbuch ist ein guter Freund. :)

Zum Mittagessen gehen wir (d.h. drei Praktikantinnen) meistens in die Mensa der Musikhochschule, wo es günstiges und gutes Essen gibt. Die eigene Kantine bietet nämlich anscheinend im Wechsel Kutteln und Krauteintopf an… da muss man nicht unbedingt hin.

Eine nette Aufgabe, die wir dann doch haben, ist, Führungen für Uniseminare, Schulklassen u.ä. zu machen. Den Film, den wir zum Abschluss der Führung zeigen, kann ich vermutlich bald auswendig. ;)

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