Touristen, die Metro, tschechisches Essen und andere Sachen

Prag ist eine schöne Stadt, es gibt aber, wohl daraus resultierend, viel zu viele Touristen. Insbesondere das Stadtzentrum ist die ganze Woche voll (am Wochenende noch mehr). Touristengruppen quetschen sich durch die Gassen, die mit Souvenirläden, die alle das gleiche verkaufen, und überteuerten Gaststätten geplastert sind. Die Einheimischen meiden daher das Stadtzentrum, eine Mitpraktikantin ist vollends entnervt, und treibt auch mich an, schnell woanders hinzugehen, sollten wir auch etwas außerhalb des Zentrums auf eine Masse an Touristen treffen.

Auch in nicht-touristischen Bereichen kann es recht voll werden. Ich glaube, die Metro kann so manchen zum Misanthropen machen. Die Metro an sich läuft sehr gut, und transportiert jeden Tag jede Menge Leute ins Zentrum und heraus. In der Woche fährt jede Metrolinie alle 2 Minuten. Trotzdem sind die Wagen oft völlig überfüllt, und irgendwo sardinenmäßig eingequetscht zu sein, ohne irgendetwas zum Festhalten erreichen zu können (dank 1,58 m…), wobei man wegen der Sardinensituation zumindest in andere Leute fallen würde, kann nervig sein. Ich denke aber, es ist immer noch besser als sich in Prags Einbahnstraßensystem in den Stau zu stellen :P

Beim Praktikum habe ich inzwischen etwas mehr zu tun, zu einem großen Teil ist das aber anderen Abteilungen zu verdanken. Es macht ziemlich Spaß, Besuchergruppen (oft Schulklassen) herumzuführen, und ihnen über die Geschichte (insbesondere die Flüchtlingssituation von 1989) zu erzählen. Das Video kann ich aber inzwischen wirklich auswendig. ;)

Da ich an manchen Tagen wenig zu tun habe, bin ich mit der Recherche für die Masterarbeit weitergekommen und habe mich zumindest nun für einen Themenbereich entschieden. Eine Fragestellung fehlt aber immer noch.

Mittags gehen wir drei Praktikantinnen zusammen essen, meistens in die Mensa der Musikhochschule. Das tschechische Essen (knödel-, kartoffel- und fleischbasiert) scheint nicht sehr gesund zu sein. Besonders Gemüse ist nicht gerade beliebt, bei vielen Gerichten fehlt es ganz, und oft ist nur eine saure Gurke als Alibigemüse dabei (und Gurke ist nicht mal Gemüse, sondern Obst).

Gestern war ich auf der Prager Buchmesse, auf der es auch eine ganze Reihe internationaler Bücher gab, was gut ist, da ich zwar auf Arbeit oft tschechische Texte übersetzte, aber ein ganzes tschechisches Buch mich überfordern würde. Insgesamt war die Buchmesse aber recht klein, ich bin von der Leipziger total verwöhnt ;)

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