Ich lache spätestens dann…
Ich bin ja gerne mal jemand, der zu leichten Panikgefühlen hinsichtlich der beruflichen Zukunft neigt (was auch nicht gerade geschmälert wurde durch die Du-musst-eine-eierlegende Wollmilchsau-sein-Informationsveranstaltung der Friedens- und Konfliktforschung, auf deren Folien dann auch so tolle Sachen standen wie “Kein Auslandsstudium!” im Sinne von: das ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr, also bringts nichts für den Lebenslauf, mach lieber ein Auslandspraktikum! Und dabei macht man ein Auslandssemester doch nur für den Lebenslauf.
Heute habe ich jedenfalls einen Artikel auf heise.de gelesen, “Jugend gefährdende Schriften?”, in dem es eigentlich um die Beobachtung verschiedener Unizeitschriften geht. Lachen (und den Kopf schütteln?) musste ich spätestens da, wo auf den so genannten Lebenslaufsimulator verwiesen wurde:
“Als im Februar 2007 die Ergebnisse vorgestellt wurden, konnte gar eine auf der Homepage befindliche Erfindung präsentiert werden, die die Selbstverwertung noch weniger dem Zufall überlassen soll: “Ob ein weiteres Praktikum den Lebenslauf aufpoliert oder lieber ein schneller Abschluss hersollte, zeigt seit kurzem der ‘Lebenslaufsimulator’: Alle Teilnehmer können verschiedene Variablen in ihrem Studienverlauf ändern und unmittelbar sehen, wie sich das auf das Qualifikationsprofil auswirkt.”"
Das könnte schon fast eine Parodie sein, denn die Vorstellung ist ziemlich lächerlich, schon von einer Software ausrechnen zu lassen, wie ich mein Leben am Besten auf den Lebenslauf ausrichte. Ob auch die Frage beantwortet wird, was ich denn dann mache, wenn ich mein Leben, äh, den Lebenslauf ganz toll optimiert habe? Dann habe ich vielleicht einen ganz tollen Job. Kann natürlich sein, dass ich dann nach einem halben Jahr wegrationalisiert werde, optimaler Lebenslauf hin oder her. Und der ist dann auch pfutsch, denn darin kommt eine Wegrationalisierung bestimmt nicht vor.
Jedenfalls sagt mir so etwas nur noch mehr, dass ich etwas entspannen und keine Panikgefühle aufkommen lassen sollte, denn das ist schlicht und einfach nicht was ich will, und das ist schon mal ein Stück näher dran zu wissen, was ich denn will.