Kommen wir mal wieder zur Masterarbeit. Ich bin zwar gerade sehr an dem Thema “Feindbilder” interessiert und habe in letzer Zeit ziemlich darauf gebrannt, etwas dazu zu schreiben, aber ich kämpfe schon mehrere Wochen mit der Fragestellung. Ich habe leider auch noch nie etwas theoretisch-fundiert in diesem Bereich gemacht, also zweifle ich mehr und mehr daran, eine MA-Arbeit darin zu schreiben.
Ich habe vor einiger Zeit ein Menschenrechte/Zivilgesellschaft-Thema als Projektvorschlag für einen Praktikumsplatz eingereicht, der auch angenommen wurde (also kann er so schlecht nicht sein?). Den Praktikumsplatz habe ich letztenendes nicht angenommen, da ich vorher die Zusage für das jetzige Praktikum bekommen habe. Den Projektvorschlag könnte ich ja trotzdem als Konzept für die MA-Arbeit verwenden.
Was dafür spricht:
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ich habe bereits eine theoretische Fundierung (v.a. durch ein Seminar in Oslo)
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ich habe eine Fragestellung
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ich habe schon Ansätze, wo ich meine Daten herbekomme – etwas was für das potenzielle Feindbilderthema noch ungeklärt ist
Was dagegen spricht:
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ist die Fragestellung genug für eine MA-Arbeit?
Ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass ich mit der MA das Rad nicht neu erfinden muss, aber trotzdem habe ich oft Zweifel, ob meine Fragestellungen nicht zu simpel und nicht “originär” genug sind. Allerdings sollte ich die MA hier wirklich nicht mit den MA-Arbeiten, die die Studenten in Peace and Conflict Studies in Oslo schreiben, vergleichen. Die schreiben schließlich ein Jahr daran – wir drei Monate.
Zwischenresultat: Ich tendiere jetzt zum Menschenrechtsthema. Änderung meiner Meinung ist immer drin. Meine anderen Ideen kann ich ja für potenzielle spätere Arbeiten aufheben.
Amy sagte
Ähm, ja, Fragen:
* Wat is denn nu dat genaue Thema/Fragestellung?
* Wie willste vorgehen? – Übernimm Dich nicht – mein ursprüngliches Thema war auch eher PhD-Format, bis so ziemlich alles schief gegangen ist. Jetzt gebe ich wahrscheinlich eine der Forschungsarbeiten ab. Muss man ja nicht so machen
Pro Feindbilder:
* Kannst ne bessere und beschränktere Hypothese entlang schon existierender psychologischer Erklärungskonzepte testen. Verzettelungsgefahr: sehr gering.
* Es existieren bereits Konzepte – Du musst Dich „nur“ für eins entscheiden.
* Du kannst das Untersuchungsmaterial gut eingrenzen, je nach Fragestellung.
Pro Menschenrechte:
* Vorbereitung scheint schon weit vorgeschritten
* Thema ist gerade en vogue
* Eigenes Projekt = geil = viel Motivation
Contra Menschenrechte:
* Eigenes Projekt = VIEL Arbeit = unerwartbare Katastrophen -> Murphy
Ich share ma lmeine Erfahrung: Wenn es darum geht, 40-60 Masterarbeitsseiten zu füllen, kann es gar nicht simple genug sein. Wirklich nicht. 60 Seiten sind sooooo wenig.
Katrin sagte
Es soll um eine Theorie zur Entwicklung von Menschenrechten in einem Land gehen, in Zusammenhang mit internationalen Menschenrechts-NGOs. Wir hatten das in einem Seminar in Oslo, und ich möchte die Haupthypothese anhand von zwei oder drei Ländern testen. Das klingt noch sehr wage, ich weiß, liegt aber auch daran, dass ich hier einen mehrseitigen englischen Projektvorschlag habe, wo ich das alles ausgebreitet habe, was ich dir jetzt nicht alles antun will.
Wie will ich vorgehen? Anhand der Theorie ein Analysemuster entwickeln und mit dem dann Länderberichte zu MR durchgehen. Das ist doch simpel, oder?
Jaja, die Forschungsarbeiten! Wenn ich so sehe, was für ein Aufwand das war, habe ich halt den Eindruck, da muss die MA doch nochmal deutlich mehr sein, also der mega-Aufwand.
Ich werde ziemlich sicher das MR-Thema nehmen, da ich bei dem anderen zu sehr im Nebel stochere und gleichzeitig zu viele Dinge gleichzeitig machen wöllte -> Katastrophenpotenzial.
amymr sagte
jo dann mal viel Spaß mit de MR! Die Forschungsarbeiten wurden viel zu überdimensioniert angekündigt: Wenn ich mir angucke, was manche Leute so geschrieben/abgegeben haben, dann hätte man das ganz anders aufziehen sollen. Als ganz normale Hausarbeit mit etwas mehr Forschungspotential. Das hätte genügt – die haben uns allen viel zu viel Angst gemacht, das Problem größer, als es eigentlich sein sollte und das hat dann dazu geführt, dass manche sehr viel Aufwand reingesteckt haben – mehr, als für eine MA-Thesis in dem bei uns geforderten Umfang – gerechtfertigt ist. Aber das nur meine bescheidene Meinung.
Grüße nach Prag
Katrin sagte
Ich habe eine Forschungsarbeit Korrektur gelesen (hat mich etwas beschäftigt während der ersten sehr langsamen Praktikumstage), und die erschien mir definitiv wie eine etwas lange Hausarbeit. Aber ich habe auch die ganzen Exposes gelesen, die letztes Jahr über die Emailliste kamen und die sahen doch schon aufwendig aus.
Manchmal würde ich mir schon Klarheit über die Anforderungen wünschen
Grüße nach Marburg.
Jenny sagte
Very well said. I don’t know exactly what was said, but I know if it came from you, it was very well put.