Zwei Tage Praktikum

Zwei Praktikumstage sind vorbei. Die Eindrücke sind sehr interessant, aber ich habe bisher sehr wenig bis gar nichts getan. Am ersten Tag habe ich (nach Vorstellungsrunde und Organisationskram) einige Sachen zum Lesen bekommen, die offenbar mehrere Tage vorhalten sollten (da man mich heute fragte, ob ich denn schon alles gelesen hätte), aber innerhalb weniger Stunden gelesen waren, und das trotz häufiger, durchaus positiver Ablenkung durch eine Mitpraktikantin. Mehr Arbeit folgt hoffentlich später.

Ich ernähre mich weiterhin größtenteils von (nun selbst gekochten) Obstknödeln (außer bei den gemeinsamen Mittagessen der Praktikantinnen… da gabs noch nie Obstknödel, sonst hätte ich die sicher auch genommen :) ). Da ich heute herausgefunden habe, was „Hartweizengrieß“ auf Tschechisch heißt, wird vielleicht auch das nächste Nudelgericht etwas besser als das letzte. :)

So besonders viel Tschechisch ist beim Praktikum nicht nötig, außer man möchte die Zeitung lesen (wofür ich leider noch viel Zeit habe), oder bei den Gesprächen der etwa 50 % tschechischen Mitarbeiter zuhören. Eine Voraussetzung ist es jedenfalls nicht, trotz gegenteiliger Angaben in den Praktikumsangeboten. Eine Mitpraktikantin spricht gar kein Tschechisch und alle anderen (inklusive mir) sprechen es nur begrenzt.

Vorsichtig sein sollte man mit Emails, nicht das dann irgendwelche Scherze zwischen Praktikanten irgendwo in Dublin landen. :)

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In Prag

Ich bin gestern in Prag angekommen und auch gleich in der WG, in der ich nun wohne, sehr nett aufgenommen wurden. Ich habe zwei tschechische Mitbewohner.

Gestern nachmittag und heute war ich touristisch, inklusive des In-Touristen-Fallen-fallen, so dass die Obstknödel mit Käse deutlich mehr kosteten als gedacht, aber man lernt ja nie aus.

Ich bin mit der Metro ins Zentrum gefahren. Die Fahrpreise liegen bei einem Drittel des Osloer Niveaus, die Miete dagegen ist mitteleuropäischer Standard.

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Bald nach Prag

Ein Zimmer ist gefunden und ich habe mich über das U-Bahnsystem informiert. Da steht dem Aufbruch nach Prag am nächsten Samstag doch fast nichts mehr im Wege. :)

Für die nächsten Tage ist noch Packen angesagt, wobei ich auch entscheiden muss, wie viele Bücher ich tragen kann für die Recherche für die Masterarbeit mitnehmen möchte.

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Lesemateriellene for 200 euros?! Er de skrevet ut på et gullpapir?

Ja, das war ein Witz, den ich gelesen hatte, bevor ich nach Oslo ging.

Und es wurde sehr wahr. Ich habe 1600 Kronen (200 Euro) für das Lesematerial für einen Kurs ausgeben, und es ist nicht auf Goldpapier gedruckt (wie der Witz in meiner Betreffzeile vorschlägt).

Ein anderer Kurs war nur deshalb etwas günstiger, weil ich nicht das ganze aus Readern bestehende Lesematerial, sondern ein Buch komplett gekauft habe (statt die doch tatsächlich teureren Auszüge daraus zu kaufen, die als Reader erhältlich waren), und einige Bücher aus der Bibliothek geliehen habe, die natürlich viele Leute haben wollten. Leider waren nur einige der zu lesenden Artikel tatsächlich in den 150 Euro teuren Readern…

Dozent: Da ist was schiefgelaufen.

Man sollte sich wohl frühzeitig Bücher aus der Bibliothek sichern und genau schauen, welche Artikel man lesen soll und welche davon auch wirklich in dem Lesematerial sind…

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Studieren in Norwegen und in Deutschland

In bestimmten Aspekten ist Studieren in Norwegen und in Deutschland extrem unterschiedlich. Ich habe an zwei Universitäten in Deutschland studiert und an beiden kommt es häufig vor, dass Seminare komplett oder zu einem großen Teil durch Referate der Studierenden getragen werden. In manchen Fällen kann das so extrem sein, dass der Dozent am Anfang gerade mal noch „Hallo. Heute haben wir ein Referat zum Thema…“ sagt. Und tschüss am Ende.

Natürlich ist es gut, wenn die Studenten eine Gelegenheit haben, selbständig zu arbeiten und ihre Arbeit zu präsentieren, aber es kann auch ziemlich frustrierend sein, wenn die Seminare hauptsächlich darin bestehen, dass man 90 Minuten Referaten zuhört, und man nur wenig (wenn überhaupt etwas) vom Dozenten hört. Das ist typisch für die Sozialwissenschaften, und ich vermute, für die Geisteswissenschaften ebenso. Ich hatte Wirtschaftswissenschaften als Nebenfach während meines BA-Studiums, und in diesen Veranstaltungen war es nicht üblich.

In Norwegen dagegen ist es der Dozent, der den ganzen Kurs hält und die Studenten sagen kaum etwas. Ich hatte einen Politikwissenschaftskurs, der einige sehr kontroverse Themen behandelte, aber es gab kaum eine Diskussion über diese. Stattdessen erzählten uns die zwei Dozenten über die kontroversen Fragen, aber eröffneten kaum einmal eine Diskussion. Die wenigen Male, die sie es taten, gab es sehr wenig Beteiligung. Das passiert natürlich manchmal auch in Seminaren in Deutschland, aber der fast vollständige Mangel an Diskussionen in Oslo hat mich trotzdem überrascht.

In dem Peace and Conflict Studies Seminar, das ich belegte, war es ähnlich, aber die Themen bestanden in dem Kurs mehr aus Fakten, Theorien und Berechnungen (ja, Mathe in Peace and Conflict Studies :D ), so dass ich nicht so einen Mangel an Diskussion gespürt habe wie in dem anderen Kurs.

Die positive Seite des Mangels an studentischen Input und Referaten war, dass man sehr viel Input von den Dozenten bekam, was sehr spürbar war im Vergleich zu Deutschland.

Im Norwegischen gibt es einen Ausdruck für „studieren“, den man mit „in den Lesesaal gehen“ übersetzen kann, und das passt sehr gut, denn die Leseliste war riesig im Vergleich zu dem, was man aus Deutschland gewohnt ist. Daher hatte ich am Ende des Semesters schon das Gefühl, den Kopf sehr voll zu haben, sowohl durch den Input der Dozenten als auch durch das extensive Lesen.

Es war aber merkwürdig, so viele Artikel zu lesen, die man hätte diskutieren können, es dann aber fast nie zu einer Diskussion kam! Ich denke, es sollte wirklich irgendwo ein gutes Mittelmaß zwischen dem norwegischen Extrem (Dozent redet die ganze Zeit) und dem deutschen Extrem (Studenten reden die ganze Zeit) geben. :P

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Public domain Bücher und Hörbücher

Einer der Links an der Seite meines Blogs ist Gutenberg.org, ein Projekt von dem ich sicher bin, dass es viele schon kennen, aber falls nicht, erwähne iche s hier noch mal :) Gutenberg.org hat viele e-books erhältlich, die in der public domain und daher frei zugänglich sind. Man kann dort zum Beispiel die englischen Klassiker als e-book bekommen, aber auch Bücher in vielen anderen Sprachen.

LibriVox ist die Hörbuchversion: dort sind Hörbücher erhältlich, die in der public domain sind, da sie nach der Vorlage von public domain Büchern von Freiwilligen hergestellt werden. Die Qualität der Aufnahmen ist unterschiedlich, aber es lohnt sich, sich die Sache mal anzuschauen bzw. anzuhören :)

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Sprache am ersten und letzten Tag

Die Sprache ist schon eine interessante Sache, mit der man sich in einem anderen Land auseinandersetzen muss. Ich hatte etwa acht Monate Norwegisch gelernt, bevor ich nach Norwegen ging.

Während meiner 24-stündigen Zugfahrt nach Oslo (via Leipzig, Hamburg, Kopenhagen und Malmö), habe ich gleich angenehmerweise bei der Lektüre der im Zug von Hamburg nach Kopenhagen erhältlichen dänischen Zeitungen bemerkt, dass Dänisch Norwegisch wirklich sehr ähnlich ist (im Rückblick wirklich keine große Feststellung, da sich Norwegisch aus dem Dänischen entwickelt hat).

Mein erster Tag in Oslo war ein heißer Tag Anfang August (auch wenn “heißer Tag” und “Oslo” recht widersprüchlich klingen ;) ). Wie normalerweise wenn ich irgendwo neu bin, lief ich auch in Oslo im Kreis (scheinbar wieder und wieder), unwillens den öffentlichen Nahverkehr zu benutzen, zum einen, da es einen hindert, die Gegend genau kennenzulernen, wenn man nur wenig von Bus oder Straßenbahn (oder gar U-Bahn) sieht, und zum anderen, da die Fahrkarten in Oslo sehr teuer sind und ich noch kein Studententicket hatte (was auch nicht gerade billig, aber immerhin bedeutend günstiger als der Normalpreis ist).

Schließlich hatte ich ziemlichen Durst und wanderte daher in den nächsten Supermarkt, wo zuerst noch kein sprachliches Problem auftrat, da Supermärkte nun mal ziemlich selbsterklärend sind. In Norwegen gibt es sogar eine Marke von Produkten, die Einwanderer als Zielgruppe zu haben scheint, denn die Marke ist normalerweise die günstigste Wahl und auf der Packung ist immer ein Bild mit Menschen, die das Produkt benutzen: auf der Zahnpasta ist ein Bild von jemanden, der Zähne putzt, auf dem Haarshampoo von jemanden, der sich die Haare wäscht, auf der Schokolade von jemanden, der Schokolade, auf den Spaghetti von jemanden, der Spaghetti isst. Es hat mich schließlich schon fast etwas genervt, auf den Bildern immer gezeigt zu bekommen, was ich denn mit dem Produkt machen soll, aber ich glaube, es ist wohl sinnvoll, wenn man wirklich kein Norwegisch lesen und daher von der Beschreibung auf der Packung nicht unterscheiden kann, ob es sich um etwas zu Essen oder ein Reinigungsmittel handelt.

Mein erstes Kommunikationsproblem kam auf, als die Kassiererin den Ein-Wort-Satz „Pose?“ [pu:se] auf mich warf. Norweger sind kommunikationsmäßig sowieso etwas zurückhaltend und dieser Ein-Wort-Satz gab mir nicht genügend Anhaltspunkte, was die Frau von mir wollte, da ich nicht wusste, was “pose” bedeutet. Wenn sie mich gefragt hätte „Wollen Sie eine [pose]?“ wären meine Chancen etwas besser gewesen. ;) Wie es aber war, habe ich sie nicht verstanden, bis sie schließlich eine Plastiktüte anhob. Von da an hatte ich immer ein “Nei, takk.” bereit, da ich lieber meinen Rucksack benutze.

Mein erster Tag in Oslo war der heißeste. Der kälteste Tag war der letzte Tag. Minus 20 Grad Celsius und Nebel sorgten dafür, dass ich noch fünf Stunden länger in Oslo war als geplant, da der Flug eben soviel Verspätung hatte. Schon bevor ich wusste, dass ich so lange würde warten müssen, überraschte mich der konsequente Gebrauch von Norwegisch auf dem Osloer Flughafen. Die Norweger sprechen ja generell sehr gerne Englisch, aber gerade auf dem Flughafen, wo man ja internationale Passagiere erwarten kann, wurde man immer gleich auf Norwegisch angesprochen. Ich habe recht viel Norwegisch gelernt (aufgrund der geringen Kommunikationsfreude der Norweger und der Vorliebe für Englisch hauptsächlich durch den Norwegischkurs mit 10 Stunden pro Woche an der Uni in Oslo), aber ich war trotzdem recht überrumpelt, als man mir an der Sicherheitskontrolle sagte, „Du må ta ut [pe-se-en]!” Ich verstand, dass ich etwas herausnehmen sollte, aber es hat noch etwas gedauert, bis mir aufging, dass [pe-se-en] “pc-en”, oder besser gesagt, meinen Laptop meinte.

Der Flughafen scheint sich auch von der Deutschen Bahn eine Scheibe abgeschnitten zu haben. Die tendiert nämlich dazu, Ansagen auf Deutsch zu machen, und dann nur eine kurze Information auf Englisch hinzuzufügen, die relevante, vorher auf Deutsch erwähnte Punkte, auslässt. Während des langen Wartens auf dem Flughafen in Oslo hörte ich immer wieder wie detaillierte Informationen auf Norwegisch durchgesagt wurden, aber nur spärliche Informationen auf Englisch folgten. Einmal passierte es sogar, dass eine detaillierte Ansage auf Norwegisch kam, und die nachfolgende englische Durchsage nur aus “We have no new information for you right now. We will come back to you.” bestand…

 

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Hello world!

So, das ist mein Blog. Nachdem dieser sehr kreative Einstieg gemacht ist, kann ich mich vorstellen… Ich bin 23 Jahre alt und studiere Friedens- und Konfliktforschung (“Was ist das denn?”). Letztes Jahr habe ich ein Auslandssemester in Norwegen gemacht und obwohl ich darüber natürlich in Emails und an anderen Stellen geschrieben habe, möchte ich hier eher etwas systematischer schreiben. Ich habe das während der Zeit in Norwegen nicht getan, aber da ich ab April ein Praktikum in Prag machen werde, gibt mir das eine neue Gelegenheit, über diese Themen zu bloggen. Ich werde wohl auch noch ein bisschen über Norwegen schreiben und dann mal sehen, wohin mich das führt. :)

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